Fußgängerbrücken
DeutschDeutsch
EnglischEnglisch
Kontakt
Firmenprofil Projekte Referenzliste Entwurfsforum Auszeichnungen Diverses
Mauerbachsteg
Ort:

Bauherr:

Wien 14.Bez.

MA 29
Mauerbachsteg

Durch den Bau einer Rad- und Fußgängerbrücke über die Mauerbachstraße wurde der Lückenschluss im Radweg von Wien-Innere Stadt bis Purkersdorf, einer Nachbargemeinde Wiens, vollzogen. Ausdrückliches Ziel des Bauherrn, der Magistratsabteilung 29 für Brücken- und Grundbau in Wien, war es, den Steg nicht nur als funktionelles Element, sondern auch als Blickfang auszubilden.
Das Entwurfsteam aus den Tragwerksplanern PCD ZT-GmbH und dem Architekten Albert Wimmer wurde für die Planung beauftragt. Die Aufgabe war nicht einfach zu lösen, da der zu planende Steg nur 2 m neben bereits existierenden, massiven Eisenbahntrogbrücken der Westbahnlinie
vorgesehen war.

Entwurf

Den massiv und nüchternd wirkenden Eisenbahnbrücken wird mit einem leichten und feingliedrigen Bogentragwerk, das auch die unterschiedlichen Belastungsniveaus beider Tragwerke verdeutlichen soll, begegnet. Der Bogenstich wurde mit 2,80 m festgelegt, was einem Verhältnis von L/10 entspricht.
Um als Gegengewicht zu dienen und daraus folgend auch dem Betrachter das Gefühl des Gleichgewichtes zu vermitteln, wurde der Bogen um 30° geneigt. Um den Bogen in der schrägen Lage zu stabilisieren, wurden Hängerspanten aus Flachblechen mit der Dicke von 40 mm in der Bogenebene angeordnet. Diese waren mit der Gehwegplatte und einem noch nicht näher definierten Torsionselement starr verbunden. Somit entsprach das System des eines Waagebalkens. Die Breite der Hängerspanten wurde und dem Verlauf der Biegemomente angepasst. Im Anschlussbereich des Bogens beträgt die Breite 60 mm (was einem statisches Gelenk entspricht), die sich zur Gehwegplatte hin auf 200 mm aufweitet.

Die Frage der Abtragung der Torsion ist bei Konstruktionen mit außermittigen Tragwerksebenen entscheidend. Durch die gewählte Bombierung des Gehweges (Die Stichhöhe beträgt 30 cm, sodass das Antrittsgefälle von 4% eine barrierefreie Benützung gewährleistet) ergab sich genügend Raum unterhalb der Gehwegplatte, um das Torsionsmoment in ein Kräftepaar mit einem Hebelarm von 1 m aufzulösen. Die Komponenten wurden einerseits vom Deckblech der Fahrbahnplatte und andererseits von einem flach liegendem Zugelement aufgenommen. Zur Vervollständigung des Entwurfes wurde noch ein weiteres unterspannendes Zugelement hinzugefügt. Zusammen mit dem Druckbogen bilden beide einen klassischen „Fischbauchträger“, der die Vertikallasten zu den Lagern ableitet.
Der finale Entwurf sieht nun 3 im Raum liegende Bögen vor, die in Abständen von 1,87 m durch Spanten verbunden sind. Der oben liegende Druckbogen und der unten liegende Zugbogen sind mit je 244,5 mm Durchmesser und 60 mm Wandstärke, und der flach liegende „Torsionsbogen“ mit 219,1 mm und 50 mm Wandstärke dimensioniert. Die Spanten sind parallel zur Straßenachse angeordnet.

Details

Mit dem Ziel den Sinn und Zweck jedes einzelnen Brückenelementes für den Betrachter zu veranschaulichen, wurde auf die Ausformung der Details großes Augenmerk gelegt. Die Hängerspanten als Zugelemente wurden als Flachbleche ohne Aussteifung ausgeführt, die den „Torsionsbogen“ stützenden Spanten mussten gegen Ausknicken beidseitig versteift werden. Die Verbindungen der Spanten zum Zugbogen wurden ebenfalls ausgesteift. Die Zusammenführung des Hauptbogens und des Zugbogens über dem Endquerträger und dem Lager erfolgte über einen Gehrungsschnitt. Die Lagersteifen verdeutlichen einen torsionssteifen Knotenanschluss.
Das Geländer aus Doppelstehern und Füllelementen mit Gittergewebe wurde komplett aus Edelstahl gefertigt. Für die gemeinsame Nutzung für Fußgänger und Radfahrer im Mischverkehr und die Gewährleitung der Barrierefreiheit wurden beidseitig drei Handläufe vorgesehen.
 
© PCD ZT-GmbH                                                                                       Webdesign: www.schrittweise.at